Die Wortbildung des moselfränkisch-luxemburgischen Raumes (WBLUX)

Tandemprojekt der Germanistik und Luxemburgistik:

1. Phase: Historische Wortbildung des moselfränkisch-luxemburgischen Raumes (WBLUX1: 2009-2012)
2. Phase: Die Wortbildung des Luxemburgischen. Historische Voraussetzun­gen und kontrastive Analyse (WBLUX2: 2013-2016)

Leitung: Prof. Dr. Peter Gilles, Ass-Prof. Dr. Heinz Sieburg
Mitarbeiter: Dr. Britta Weimann
Hilfskräfte: Sascha Dahm, Vicky Jungbluth

Förderung: Universität Luxemburg

Das Projekt  untersucht Wortbildungsprozesse und -ergebnisse anhand eines luxemburgischen Quellenkorpus des 19. bis 21. Jahrhunderts und eines historischen Quellenkorpus, das die Zeit vom 13. bis 18. Jahrhundert abdeckt. Neben einer systematischen morphologischen und semantisch-funktionalen Analyse stehen Aspekte der Mehrsprachigkeit und des Sprachkontakts im Vordergrund.

Wortbildung, verstanden als kreativer und regelgesteuerter Akt der Neukonstruktion von Wörtern aus vorhandenem morphologischen Material, zählt zu den wichtigsten Funktionsgrößen der Sprachentwicklung, weil hierdurch ein Instrument gegeben ist, die sich stetig wandelnden kommunikativen Erfordernisse zu bewältigen. So können in der Geschichte des Luxemburgischen, das sich seit dem 19. Jh. zunehmend zu einer eigenständigen Na­tionalsprache entwickelt, Prozesse der Wortbildung in dieser bis heute andauernden Phase des Ausbaus als wichtige Stra­tegien zur Anpassung des Wortschatzes im Rahmen der Ausprofilierung des sprachlichen Funktionsspektrums gelten.

Systemisch rangiert die Wortbildung an der Schnittstelle zwischen Syntax und Lexikon, wo sich Fragen nach der Form, Funktion, Kombination, Verwendung und Verarbeitung von sprachlichen Zeichen verbinden. Diese grundsätzliche Komplexität des Gegenstandes wird in einer mehrsprachigen Kommunikationsgemeinschaft wie der luxemburgischen durch Transfer­prozesse noch verstärkt. In historischer Perspektive zeigt sich diese komplexe Sprachensituation an einem Nebeneinander von romanisch- und germanisch-volkssprachiger Schriftlichkeit, die sich schließlich in eine luxemburgische und eine deutsche Traditionslinie aufspaltet.

Im Zentrum des Projektes steht die korpusbasierte Analyse von Wortbildungsprozessen und -ergebnissen im Luxemburgischen vom Beginn der Nationalsprachentwicklung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zusammen mit dem Vorgängerprojekt „WBLUX1“, das die Zeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts untersuchte, entsteht in der ersten Projektphase ein historischer Überblick über die explizite Nominalderivation in einem Sprach- und Zeitraum, der durch Ausgleichsprozesse, die Übernahme der neuhochdeutschen Schriftsprache und die Entstehung und zunehmende Standardisierung der luxemburgischen Schriftsprache gekennzeichnet ist. Die Kontinuitäten und Diskontinuitäten, Umwege und Brüche, die sich auch in der Wortbildung abzeichnen, stehen neben den luxemburgischen Eigenentwick­lungen und den vielfältigen Transferenzen im Mittelpunkt der zweiten Projektphase.

Mit dem Projekt verbundenes Promotionsprojekt:

Maike Edelhoff: Wird die Staatsgrenze zur morphologischen Grenze? Eine empirische Untersuchung zum Diminutiv im moselfränkisch-luxemburgischen Übergangsgebiet
(Supervisor: Prof. Dr. Peter Gilles, co-tutelle mit Prof. Dr. Damaris Nübling, Universität Mainz)

Tagungen:

14.03.2011 (Universität Luxemburg)
Workshop: Aktuelle Sprachforschung im luxemburgisch-moselfränkischen Raum. Korpuserstellung und Auswertungsfragen
Programm

13. – 15. 10. 2011 (Universität Luxemburg)
Internationale Tagung: Wissenstransfer – Interdisziplinäre Zugänge zur Vermittlung von Magie- und Zauberei-Imaginationen
Veranstalter: Prof. Dr. Heinz Sieburg (Universität Luxemburg), Dr. des. Britta Weimann (Universität Luxemburg), Dr. Rita Voltmer (Universität Trier)
Programm

05.-06.06.2014 (Universität Bern)
Internationale Tagung zur Wortbildung

Programm:

Anselmus, entwickelt von Dr. Stefan Müller (Max Weber Stiftung, perspectivia.net)

Kooperationen:

Für zur Verfügung gestellte Texte und Materialien danken wir

  • Prof. Dr. Thomas Klein (Universität Bonn)
  • Prof. Dr. Klaus-Peter Wegera (Universität Bochum)
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Solms (Universität Halle)
  • Prof. Dr. Claudine Moulin (Universität Trier)
  • Prof. Dr. Michel Pauly (Universität Luxemburg)
  • Dr. Rita Voltmer (Universität Trier)

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