In der sehr sehenswerten Ausstellung im Centre National de la Littérature in Mersch zu Leben und Werk des luxemburgisch-stämmigen Hugo Gernsback findet sich auch ein interessantes Dokument aus dem Jahr 1918, in dem Gernsback eine längere, teilweise polemisch gefärbte Beschreibung Luxemburgs liefert  (‚The Case of Luxembourg‘ from The Chicago American, March 7, 1918).

Huge Gernsback (c) Wikimedia

This little toy country – about the size of the state of Rhode Islands –  forms a „buffer“ between western and southern Germany, northern France and eastern Belgium, its shape being somewhat triangular. Population about 300.000. The capital is Luxembourg before 1872 called „the northern Gibraltar‘ due to its impregnable fortifications razed 1872 by consent of the powers. Official language is French, though every Luxembourgeois speaks a fluent bad high German, but prefers to talk Luxembourg, which is an awful mixture of bad French and still worse German. The law of the land is the Code Napoleon, the same as the French. Pet aversion: Germans and everything German, best attested by the refrain of the national hymn, „De Feierwon“ the closing words of which are „Mir welle jo keng Preise sin!“ (We don’t want to be Prussians). By sympathy and preference the Luxembourgeois are French first and always, Belgians as a second choice, Germans – God forbid!

Obwohl Gernsback die offizielle Sprachensituation nicht korrekt darstellt – offizielle Sprachen sind seit der Verfassung von 1848 Französisch und Deutsch – findet sich die für diese Zeit noch charakteristische Einschätzung, dass Luxemburgisch erstens eine Mischsprache darstellt,also nicht als eigenständig gedacht werden kann, und zweitens überaus negativ bewertet ist. Es scheint aber noch eine ambivalente Einstellung der Sprachenbewertung durch, die sich nicht selten auch heute noch findet: Französisch ist zwar die (einzige) offizielle Sprache, aber bevorzugt wird Luxemburgisch, obwohl es sich doch um eine hässliche Mischung handelt. (Darüber hinaus ist die anti-deutsche Haltung für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nicht ungewöhnlich.)

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