Letzte Woche fand an der Universität Luxemburg die schöne Tagung zur einem kulturhistorisch wichtigen Dokument Luxemburgs statt: Hermann von Veldenz: Yolanda von Vianden. Stand der Forschung und Ausblick. Neben geschichtlichen, kulturellen und literaturwissenschaftlichen Aspekten, bietet der die Yolanda-Handschrift, überliefert als Codex Mariendalensis aus dem 1. Viertel des 13. Jh.s (Ms. 860 der BNL, seit kurzem digital verfügbar) eine Fülle an sprachhistorischen Anknüpfungspunkten, die bis heute erst ansatzweise erforscht sind. In meinem Beitrag habe ich einen ersten Ansatz vorgestellt, um das Vokalsystem in der Yolanda-Handschrift zu rekonstruieren.
Hinweisen möchte ich jedoch in diesem Beitrag auf eine Werkzeug, dass ich für diese Analyse entwickelt habe. Um aus dem variationsreichen mhd. Text phonologische Strukturen zu rekonstruieren, ist eine vorsichtige Interpretation der graphematischen Struktur erforderlich. Textgrundlage dazu ist die graphemgetreue Transkription, die Claudine Moulin 2009 vorgelegt hat sowie die Tiefenannotation eines Teils der Handschrift im Rahmen der neuen Mittelhochdeutschen Grammatik. Der entwickelte Graphematic Analyser untersucht den graphischen Bestand der Handschrift in mehrfacher Weise: Jedes Graphem ist ein seinem unmittelbaren Kontext auswertbar, alle zugehörigen Wortformen werden aufgelistet und für jedes Wort ist eine Zeilenkonkordanz verfügbar. Darauf aufbauend kann dann eine vollständige Übersicht aller Reime und eine Graphem-Phonem-Analyse erstellt werden. Die Rohdaten der können innerhalb des Werkzeugs weiter editiert werden, z.B. um Zuordnungen zu mhd. Wortklassen zu modifizieren. Die Analysen werden dann dynamisch aktualisiert.
Der Graphematic Analyser wurde in R/Shiny programmiert ist online hier zum Ausprobieren verfügbar.









